"Wir tun nichts Aussergewöhnliches, wir sind bloss erfolgreich, weil wir ganz gewöhnliche Dinge ganz aussergewöhnlich tun." Ueli Prager (*1916), Gründer von Mövenpick.
1948 eröffnet der Schweizer Hotelierssohn Ueli Prager im Zürcher Claridenhof das erste Mövenpick Restaurant. Die Schweizer Gastronomieszene staunt: Prager bietet erschwingliche kulinarische Köstlichkeiten für Stadtmenschen mit wenig Zeit. Eine Möwe, die im Flug einen Happen aufpickt, gibt dem Restaurant den Namen, wobei das w in Möwe einem v weicht, weil sich dieses besser als fliegender Vogel darstellen lässt.
Pragers Konzept der schnellen und qualitativ hoch stehenden Verpflegung macht in der ganzen Schweiz Schule. Weitere Lokale werden in Bern, Genf, Lugano und Zürich eröffnet. 1960 erfolgt die Gründung einer eigenen Einkaufs- und Importgesellschaft sowie einer zentralen Produktionsstätte. Als Fast-Food- und Take-Away-Restaurant nach amerikanischem Vorbild öffnet in Zürich die Silberkugel. Fast gleichzeitig bringt Mövenpick seinen ersten Markenartikel auf den Markt: "Der Himmlische" wird zum Begriff für Kaffeetrinker und ist das erste in einer ganzen Reihe von Premium-Produkten. 1963 wagt Prager den Schritt über die Grenze nach Deutschland und eröffnet ein Restaurant in München.
1970 entstehen unter dem Namen Caves Mövenpick die ersten Weinkeller in der Schweiz und Deutschland. Mövenpick Premium Ice Cream wird ab 1972 in Bursins im Waadtland produziert. Wenig später eröffnet Mövenpick in Glattbrugg und Regensdorf seine ersten zwei Hotels. Für Markenartikel vergibt das Unternehmen erstmals Lizenzen nach Deutschland, während in Ägypten die ersten Hotels ausserhalb Europas entstehen. Zum Anfang der Achtzigerjahre werden zwei neue, innovative Gastrokonzepte geboren: die Weinbar Caveaux und das Marche Mövenpick, ein Lokal mit bunten Marktständen, an denen die Speisen vor den Augen der Gäste mit frischen Zutaten zubereitet werden. Die 1984 eingeführte Mandelwaffel für das Mövenpick Ice Cream ist eine feine, essbare Eisverpackung. Die Markenprodukte von Mövenpick werden inzwischen durch Lizenznehmer in Kanada, Neuseeland, Südkorea und in den USA vertrieben.
1992 verkauft Gründer Ueli Prager seine Aktienmehrheit an den deutschen Baron August von Finck. Weitere Marches werden in der Schweiz, Österreich, England, Deutschland, Indonesien und Singapur eröffnet. 1995 trennt sich Mövenpick von der Marke Silberkugel und von acht Zürcher Stadtbetrieben. Im 50. Bestehungsjahr des Unternehmens beteiligt sich die Kingdom Holding mit 30 Prozent an der neu gegründeten Mövenpick Hotels & Resorts AG. An der Autobahn in Wädenswil bei Zürich öffnet das erste Cindy`s Diner, ein Fast-Food-Restaurant im Retrostil nach amerikanischem Vorbild.
Nach einer grundlegenden Reorganisation des Unternehmens agiert Mövenpick ab dem Jahr 2000 als dezentralisierte Gruppe mit den fünf selbständigen Bereichen Hotels&Resorts, Gastronomy, Wein, Fine Foods und der Mövenpick Produktions AG.
Mövenpick Hotels & Resorts positioniert sich neu als Hotel-Management Gesellschaft im 4- und 5-Sterne Segment mit geografischem Schwerpunkt Europa, Mittlerer Osten und Nordafrika. In der Folge übernimmt der Unternehmensbereich weitere Hotels in Italien, Marokko, Tunesien, Jordanien, im Libanon, der Türkei und in der Golf-Region.
Mit der Umbenennung der Mövenpick Produktions AG zu Deliciel AG im Jahre 2001 positioniert sich dieser Bereich verstärkt als unabhängiger Food Produzent.
Im Rahmen einer Anpassung der Gruppen Strategie und der damit verbunden Reduktion des Diversifizierungsgrades der Mövenpick Gruppe, verkauft Mövenpick im Oktober 2002 die Deliciel AG an die Panetta Holding. Per 31. März 2003 erfolgt der Verkauf des Mövenpick Ice-Cream Geschäftes an Nestlé.
Seit anfangs 2003 wandelt sich Mövenpick organisatorisch hin zu einer klassischen Holding Organisation mit schlanken Strukturen. Die Unternehmensbereiche werden konsequent als selbständige Tochter- und Beteiligungsgesellschaften primär über finanzielle und strategische Richtlinien geführt.